Saft aus eigenem Obst

Aus gegebenem Anlass – viele Bäume tragen dieses Jahr so viel wie lange nicht – hier der direkte Link zur Liste von Lohnmostereien in Niedersachsen (mobil und stationär) beim NABU:

Saftproduktion aus eigenem Obst – Niedersachsen

Den Link finden Sie ansonsten auch auf der Seite „Nützliche Links“.

Direkt in Bremen gibt es meines Wissens keine Lohnmostereien. Im Herbst finden allerdings immer wieder Apfeltage, Apfelfeste etc in Bremen und umzu statt, wo dann auch mobile Mostereien vor Ort sind (z.B. 20.9. KGV Eiche, 24.9. KGV Ochtum-Warfeld, 27.9. Café Sand, sicher auch noch mehr).

In der NABU-Liste stehen ja alle Kontaktinfos – die mobilen Mostereien haben oft Terminlisten / „Fahrpläne“ auf ihren Websites.

Saftmobil beim Apfeltag in Syke, Oktober 2023

Baumschutz-Novelle

Die lang geplante Novelle der bremer Baumschutzverordnung ist am 10. Juli 2025 in Kraft getreten.

Die Verordnung im Volltext: Verordnung zum Schutz von Bäumen in der Freien Hansestadt Bremen (BremBaumSchV)

Damit stehen jetzt fast alle Bäume, nicht nur Obstbäume, ab einem Stammumfang von 80 cm unter Schutz (das entspricht einem Stammdurchmesser von rund 25 cm). Auch der Wurzelbereich von Bäumen wird sehr umfassend geschützt, ebenso sämtliche Ersatzpflanzungen. Eine wichtige Änderung für Kleingärtner*innen: die BaumschutzVO gilt jetzt auch in Kleingärten, unabhängig von der Gartenordnung.

Der fachgerechten Baumpflege steht das selbstverständlich nicht entgegen:

Von den Verboten des § 3 ausgenommen sind die für den Weiterbestand der nach § 2 Absatz 2 geschützten Bäume erforderlichen fachgerechten Pflege- und Erhaltungs­maßnahmen.

Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie beim Erhalt Ihrer Bäume Unter­stützung möchten – ich pflege selbst nur Obstbäume, kann Ihnen aber bei Bedarf auch den Kontakt zu kompetenten Großbaum­pfleger*innen und Sachverständigen vermitteln.

Zum Baumschutz allgemein siehe auch Baumschutz in Bremen
Zur Situation in Kleingärten siehe Obstbäume in Kleingärten

Astbrüche

Viele Obstbäume in Bremen tragen 2025 so viel wie lange nicht mehr – Hauptgrund ist die schwache Saison 2024 (Frost und Schlechtwetter während der Blüte), gefolgt von 2025 mit sehr gutem Wetter während der gesamten Blütezeit.

Ungewohnte Last: Pfirsich im ersten Vollertrag, August 2025 – auf dem Foto noch vor dem Entlastungsschnitt

Obstbäume, die länger nicht geschnitten wurden oder erst seit kurzem in der Pflege sind, können so viel Fruchtlast oft nicht tragen – wenn ein Baum überlastet wirkt, können Sie mit ein paar einfachen Maßnahmen helfen:

1. Früchte ausdünnen: kleine / schadhafte Früchte abnehmen, dichte Büschel auslichten. Wenn Früchte dicht an dicht hängen, werden sie schnell von Pilzen befallen (Feuchtigkeit, auch Morgentau, staut sich dazwischen an und kann nicht weg) – da haben Sie mehr von der Ernte, wenn zwei intakte statt fünf gammelige Äpfel hängenbleiben.

2. Äste hochbinden: am besten mit Sisal oder sonstigem dicken Bindematerial (kein Draht!), auch Spanngurte oder was gerade zur Hand ist – dafür muss natürlich der Stamm stabil genug sein. Das ist schonender und sicherer als eine Abstützung, und es steht kein Pfosten im Weg herum.

3. Äste abstützen: bitte unbedingt abpolstern, also irgendeinen alten Lappen o.ä. zwischen Stütze und Ast legen, und die Stütze nach der Ernte wieder entfernen. Provisorische Stützen ohne jedes Polster verursachen oft dauerhafte Schäden an den Ästen, weil sie scheuern und Druckstellen / Bruchstellen erzeugen.

Wenn Äste bereits gebrochen oder gerissen sind: schneiden Sie möglichst nichts direkt am Stamm / Hauptast ab. Einfach einen langen Stummel stehenlassen (50 cm ist nicht zu viel) – das erspart dem Baum eine unnötige Wunde und kann später immer noch nachgeschnitten werden.

Der beste Weg zur dauerhaften Entlastung ist natürlich fachgerechter Schnitt und stabiler Kronenaufbau – kontaktieren Sie mich gerne. Die aufgeführten Erste-Hilfe-Maßnahmen sind aber auf jeden Fall sinnvoll, damit nicht zwischen Anruf und Termin der Ast noch bricht.

Zu spät: hier war der Ast bereits gerissen, Ursache war schlechte Statik (lange nicht geschnittener Baum, Äste waren in die Waagerechte abgesunken).

 

Reparatur: ich habe die nach links abgehende Partie deutlich entlastet, hochgebunden und fixiert; der Riss wurde dann noch mit Lehm verschlossen